Jahrgang 2008

Die Weissweine und der Jahrgang 2008

In der Überzeugung, eine aussergewöhnliche Cuvée 2008 eingekellert zu haben, setzten die Önologen von Provins alles daran, um das grosse Potential des Jahrgangs 2008 herauszuarbeiten. Angesichts des überraschenden Reifezustands der Früchte und der Frische der Moste bei den ersten Gärungen galt es mit viel Fingerspitzengefühl vorzugehen und bestimmte lohnende Risiken einzugehen. Nur so konnte sichergestellt werden, dass die Weine nach der Flaschen­abfüllung ebenso ausdrucksvoll sind wie die Trauben, die unsere Winzer geerntet haben.

Heute entdecken wir ausgewogene, lebhafte Fendants mit angenehmer Frische am Gaumen und einer delikaten mineralischen Note, die an ihre Herkunft aus den kalkhaltigen Böden der Walliser Sonnenhänge erinnert. Die Spezialitäten Petite Arvine, Heida (Païen), Sauvignon blanc und Pinot blanc sind noch expressiver als üblich, mit einer seltenen Harmonie zwischen Wucht und Lebhaftigkeit. Im Bouquet entfalten sie überströmende Düfte von exotischen Früchten und lassen niemanden gleichgültig. Der Angang am Gaumen ist von beeindruckender Fülle und Vielschich­tig­keit; augenblicklich wahrnehmbar ist eine Mischung schmackhafter Frucht und leicht säuerlicher Länge mit angenehmen Anklängen von Grapefruit und anderen Südfrüchten.

Der auf Anhieb süssere, körperreichere Johannisberg ist ebenfalls besonders wohlschmeckend. Mit seinem Schmelz, der an Akazienhonig und die Düfte von Lärchenwäldern erinnert, erweist er sich als besonders gut ausgewogen und wird in diesem Jahrgang zu einem grossen Lagerwein heranreifen.

Die Sorten Marsanne (Ermitage) und Chardonnay, deren Ausbau noch nicht abge­schlossen ist, präsentieren alle Voraussetzungen für Weine von grosser Klasse: noch diskret und verhalten, aber getragen von einem ungewöhnlichen Körperreichtum und Säuregerüst. In einigen Monaten werden sie bereit sein, um nach einem längeren Ausbau in Eichenbarriques ihre ganze aromatische Komplexität und geschmackliche Fülle zu entfalten.

Der Sorte Humagne blanche schliesslich verleihen Blumendüfte, die an weisse Lilien erinnern, eine bisher nie gekannte fröhliche, beschwingte Note. Am Gaumen ist der Wein harmonisch, mit einer Finesse, die für Eleganz und Länge sorgt. Kühl als Aperitif serviert, wird der Humagne blanche Jahrgang 2008 viel Freude bereiten!

Gérald Carrupt, Technischer Direktor
juin 2009

Spätlese 2008

Es sind etwa 4,5 ha Reben die anfangs 2009, trotz einer dünnen Schneedecke über dem Boden, geerntet werden. Sie mussten zuerst Föhn, Regen, Schnee und Frost widerstehen bevor die Trauben Ermitage, Petite Arvine, Rhin, Païen, Malvoisie und Sauvignon blanc von den tapferen Winzern unter einer zum Teil fabelhaften Kulisse wie Sicht auf die Schlösser Valeria und Tourbillon geerntet werden konnten. Die winterliche Stimmung welche in diesem Monat Januar herrscht, gibt der Ernte, welche zwar traditionell klein ausfällt, etwas Zauberhaftes und verspricht künftig grosse Likörweine. Sie müssen sich aber noch ein wenig gedulden bevor Sie die ersten Flaschen des Jahrgangs 2008 unter anderem Tourbillon und Grain de Malice fertig gereift sind und degustiert werden können.

Samuel Panchard, Weinbau-Verantwortlicher

Photos Galerie - Tourbillon Spätlese

Der Jahrgang 2008: eine freudige Überraschung!

Während die Entwicklung der Reben zu Ende Sommer nicht unbedingt einen großen Jahrgang erwarten ließ, durften wir bei Beginn der Ernte, Ende September, voller Freude feststellen, dass die Trauben optimal ausgereift waren.

Die Weinlese begann am 25. September mit den Rebsorten Pinot Noir, Gamay, Chardonnay, Pinot Blanc, Sauvignon Blanc und Muscat von ausgezeichneter Reife (Öchslegrade zwischen 90° und 95°).

Heute, bei Abschluss der Gärung, sind diese Jungweine von den Aromen her äußerst ausdrucksvoll, mit überraschender Frische am Gaumen. Die unmittelbar im Anschluss geernteten Rebsorten Sylvaner, Pinot Gris, Heida und Petite Arvine konnten mit noch höherem Reifegrad eingekellert werden und überstiegen regelmäßig 100° Öchsle.

Bei den roten Rebsorten hatten wir eine heikle, fäuleanfällige Ernte befürchtet, wurden jedoch angenehm überrascht! Dank den idealen Wetterbedingungen im Oktober – praktisch kein Niederschlag, viel Sonne – konnten wir einwandfrei gesundes Traubengut ernten. In Verbindung mit einem ausgezeichneten Zucker-Säure-Verhältnis sowie hervorragend gereiften Schalen und Kernen dürfen wir deshalb bei den roten Walliser Rebsorten einen großen Jahrgang erwarten.

Bei den ersten Abstechproben konnten wir dynamische Rote mit konzentrierter, schillernder Robe und ausgeprägtem, auf frischer Frucht basierendem Aromenprofil degustierten, Weine, die am Gaumen lang sind, mit dichter Säurestruktur und gut präsenten, harmonischen Tanninen. Jede Rebsorte profiliert sich mit starker Persönlichkeit: die Syrah überzeugt mit Gewürznoten und seidiger Textur, der Humagne Rouge mit wilden Aromen und ungewöhnlicher Geschmeidigkeit und der Cornalin mit Fülle sowie schmackhafter Fleischigkeit, während der Pinot Noir Mineralität mit frischen Kirschenaromen verbindet.

Der 2008 entspricht zwar mengenmäßig nicht ganz den Erwartungen, die Qualität aber ist voll da!

Gérald Carrupt, Directeur technique